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 Betreff des Beitrags: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 17:00 
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also nun ist diese diagnostik ja in aller munde.
ich bin nach den ganzen infos die ich habe ja absolut dafür.
ein zellhaufen (klingt scheiße - ist biologisch aber so) aus 12 zellen wird untersucht um festzustellen ob beim später eingepflanzten embryo schwere erbkrankheiten auftreten würden. dabei geht es ausschließlich um invitro-befruchtungen - also künstlich befruchtete eizellen.
natürlich muss man einen engen rahmen setzen. aber warum soll man, wenn man die möglichkeit hat solche krankheiten im vorfeld auszuschließen, diese nicht nutzen?
zB ist es möglich einen embryo in utero auch über die gesetzliche frist hinaus abzutreiben sollten diese schweren krankheiten festgestellt werden.
soll also ein zellhaufen vermutlich im gastrulastadium (wenn mich mein biounterricht nicht im stich gelassen hat - ein stadium in dem die zellen sich in exoderm und endoderm differenziert haben) mehr schutz genießen als ein embryo mit hand herz und hirn?

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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 17:25 

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ahhh ja. Boone, ich stimme Dir in allen Punkten vorbehaltslos zu... :idea:

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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 17:29 

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der Diak hat geschrieben:
Boone, ich stimme Dir in allen Punkten vorbehaltslos zu... :idea:


haste och keen wort verstanden?

also wenn ick dit jetzt richtig verstanden habe gehts darum ob es in ordnung ist Embryos vorher zu untersuchen und bei behinderungen oder anderen krankheiten nicht einzupflanzen oder abzutöten

richtig?


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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 19:42 
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jenau.

viele wollen das nicht da sie befürchten es würde die tür zu einer vorabselektion öffnen und das thema unwertes leben auf die tagesordnung bringen - bis hin dazu, dass heute schwerst-erbkranke menschen diskriminiert würden. das sind für mich durchaus gewichtige argumente...

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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 20:03 
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Ich denke auch das die große Gefahr besteht, das dies ein Einstieg wäre um in diesem Stadium bereits eine künstliche Selektion vorzunehmen. Lässt man dieses Verfahren erst einmal zu, könnte es bald der Standard bei künstlichen Befruchtungen werden und der Schritt um "optimierte" Babys, bei denen jedes Gesundheitsrisiko praktisch schon vor der Geburt ausgeschlossen wurde, zu bekommen ist nicht mehr allzu weit. :?

Wo zieht man die Grenze, schließt man wirklich "nur" alle Erbkrankheiten aus oder auch genetisch bedingte höhere Risiken für Allzheimer oder Krebs etc. ?

Also ich bin da irgendwie gespalten, glaube aber nicht das sich dieses Verfahren langfristig überhaupt aufhalten lässt. Was man technisch machen kann, wird irgendwann auch benutzt, und wenn es im Ausland ist. :roll:

Ich muss dabei immer irgendwie an Huxleys "Schöne neue Welt " denken... :?


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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 20:12 
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richtig sehe ich auch so, NUR dann kann man argumentieren, dass allein schon mit der invitrobefruchtung diese tür aufgestoßen wurde.
die p.i.d. folgt der medizinischen logik - und wie gesagt abtreibungen aus genau diesem grund sind auch außerhalb der fristen erlaubt.

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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2010, 22:20 

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boone hat geschrieben:
jenau.

viele wollen das nicht da sie befürchten es würde die tür zu einer vorabselektion öffnen und das thema unwertes leben auf die tagesordnung bringen - bis hin dazu, dass heute schwerst-erbkranke menschen diskriminiert würden. das sind für mich durchaus gewichtige argumente...



ok
ick hab da nen bisschen drüber nachgedacht und bin da irgendwie unschlüssig

auf der einen seite denk ick das man wenn die möglichkeit besteht eine gewisse verantwortung hat das der mensch der am entstehen ist auch ein menschenwürdiges leben führen kann

auf der anderen seite weiss ich nicht wer entscheidet was ein menschenwürdiges leben ist und was nicht

und dann gibts den punkt das sowas gerne missbraucht wird um "übermenschen" zu schaffen

aber ich bin in dem thema auch nicht so tief drin das ich da alle faktoren berücksichtigen könnte
das ist nur meine "auf die schnelle" gemachte meinung


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 Betreff des Beitrags: Re: präimplantationsdiagnostik P.I.D.
BeitragVerfasst: 22. Dezember 2010, 00:34 
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Beiträge: 1

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Ich bin ebenfalls zwiegespalten. Die Möglichkeit der Spätabtreibung bei Schwerbehinderungen – wie von Boone angemerkt – ist zweifellos ein Argument für die PID. Wenn man sich schlau macht, wie solch eine Abtreibung vonstatten geht, ist man auf jeden Fall dafür, dies dem Kind, den beteiligten Ärzten und ganz vor allem der Frau dringend zu ersparen. Und genau dafür ist die PID das richtige Instrument.

Aber ich habe da auch Bedenken, ähnlich, wie hier schon geäußert: Wo ist die Grenze? Was ist ein „lebensunwertes“ Leben? Wer maßt sich an, vorauszusehen, wie sich dieser Mensch trotz seiner Behinderung entwickeln könnte?
Ein Leben nur an Schläuchen und Apparaten, ohne Bewusstsein – okay. Aber ein Leben bei geistiger Leistungsfähigkeit, dafür allerdings immer im Rollstuhl und mit Hilfsmitteln (wie Stephen Hawking) oder ein Leben, zwar eingeschränkt aber mit allem, was das Leben ausmacht – von Freude über Trauer bis Anerkennung und Selbstbestimmung (wie bei vielen Menschen mit Down-Syndrom)?

Es gibt schon länger für jede schwangere Frau die Möglichkeit der Pränataldiagnostik. Dort wird aufgrund festgelegter Untersuchungskriterien ermittelt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, daß das Kind im Bauch behindert ist. Nicht wenige entscheiden sich hernach für einen Abbruch, wenn die Ergebnisse entsprechend ausfallen. Wohlgemerkt – dies ist, je nach Untersuchungsmethode, nur eine „Wahrscheinlichkeitsrechnung“.
Ich möchte nie, nie, nie vor eine solche Entscheidung gestellt werden: Für oder Wider bedeutet in jedem Fall einen Einschnitt in das bisherige Leben. Das ist allerdings auch der Grund, weshalb ich eine solche Untersuchung damals nicht angefordert habe. „Et kütt, wiet kütt.“

Ich denke aber, behaupten zu können, daß bereits durch diese Pränataldiagnostik Kinder abgetrieben wurden, die „früher“ eben einfach geboren worden wären und in unserer Gesellschaft gelebt hätten. Und so wird es ganz schleichend immer normaler, eben keinen Behinderten mehr zu begegnen, sie nicht mehr als zugehörig wahrzunehmen (weil: „Hättste ja wegmachen können“) und sich mit ihnen nicht mehr als Mitglieder der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Und da bin ich deutlich dagegen!


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